Branchenportrait: Gebäudearmaturen

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Kaum ein Industriezweig ist so mit der gesamten Wirtschaft verbunden wie die Gebäudearmaturenindustrie. Sein Fabrikationsprogramm reicht vom einfachen Wasserhahn bis zum hochwertigen Regler, und das Anwendungsgebiet erstreckt sich auf die unterschiedlichsten Medien, Temperaturen, Drücke und Aggregatzustände. Gebäudearmaturen sind somit entscheidende Faktoren für Sicherheit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit.

Sauberes Wasser und sichere Energie zu jeder Zeit bedeuten Lebensqualität, auf die wir uns verlassen können. Etwas für uns glücklicherweise ganz Selbstverständliches, hinter dem sich aber anspruchsvolle Aufgaben verbergen, für die viel Know-how und kompetente Partner gebraucht werden.

Fließendes Wasser ist Leben und für uns alltägliche Begegnung in Bad und Küche. Auf den ersten Blick ist es hier der Glanz der Oberfläche oder das Design, das bei einer Armatur angenehm auffällt. Eine zeitgemäße Armatur überzeugt aber nicht allein durch Aussehen, sondern vor allem durch ihre Werte unter der Oberfläche. Die Qualität des Materials, die Technik und die Verarbeitung entscheiden darüber, ob man auch nach Jahren noch Freude an seiner Armatur hat. Dauerhafte Leichtgängigkeit und Dichtheit sind Basisanforderungen, die vorauszusetzen aber nicht immer vorzufinden sind. Eine schwergängige Armatur quietscht, ein tropfender Wasserhahn verschleudert kostbares Wasser.

Allein eine Armatur funktioniert nur so gut wie das Versorgungssystem, in das sie eingebunden ist. Technik im Hintergrund ist mitentscheidend für Sicherheit, Hygiene und Umweltschutz. Druckminderer, Rückflussverhinderer, Durchflussregler und Selbstschlussarmaturen – meist kaum beachtet – stehen hier stellvertretend für Funktionen, die dafür sorgen, dass diesen Aspekten im Rahmen der Gesamtbetrachtung einer Trinkwasserinstallation Rechnung getragen wird. So schützen Druckminderer vor zu hohem Versorgungsdruck, vermeiden Druckschäden und Wasserverbrauch. Rückflussverhinderer verhindern das Eindringen von Schutzwasser durch Rückfließen, Rücksaugen oder Rückdrücken in die Trinkwasserinstallation und das zentrale Wasserversorgungssystem. Durchflussregler und Selbstschlussarmaturen sorgen für einen ökonomischen und ökologischen Wasserverbrauch.

Die Trinkwasseraufbereitung in den Wasserwerken sorgt für eine hohe gesundheitliche Unbedenklichkeit der kostbaren Flüssigkeit. Entscheidend ist jedoch, dass das Wasser auch innerhalb der Hausversorgung so sauber bleibt, wie es vom Wasserwerk geliefert wird. Das bedeutet, dass die verwendeten Materialien keine giftigen Stoffe an das Trinkwasser abgeben. Im Klartext heißt das: Aus einer Armatur muss das Wasser in der gleichen Qualität herausfließen, in der es auch hineinfließt. Permanente Werkstoffprüfungen der Hersteller bilden deshalb einen Schwerpunkt ihrer Qualitätsüberwachung.
Darüber hinaus erwartet man warmes und heißes Wasser, dort, wo man es braucht. Das bedeutet zunächst, dass die Trinkwasserinstallation von der Wärmequelle bis zur Entnahmestelle unbeeinflusst von den auftretenden Temperaturen ihre Funktion erfüllt. Vor allem aber soll die Temperatur ohne langes Mischen präzise und zuverlässig zwischen 20 °C und 50 °C eingestellt werden können und auch eingestellt bleiben. Thermostate aus deutscher Fertigung erfüllen diese Anforderungen, schützen zudem durch eingebaute Sicherheitssperren bei 38 °C vor möglichen schmerzhaften Erfahrungen, sprich Verbrühungen, und reagieren in Sekundenbruchteilen auf Temperaturveränderung, verursacht etwa durch Druckschwankungen im Leitungssystem.

Wasser ist auch Wärmespeicher in unseren Heizungssystemen. Parallel zu den rasanten technischen Entwicklungen umweltschonender und energieeinsparender Heizungstechniken, hat die Armaturenindustrie ihre Produkte in den zurückliegenden Jahren durch permanente Weiterentwicklungen in gleicher Richtung und darüber hinaus optimiert. Sichtbar wird dies - ähnlich wie bei Sanitärarmaturen - zunächst am ansprechenden Design neuerer Heizkörper-Thermostatventile. Schönheit allein reicht allerdings auch oder gerade hier nicht aus, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Die deutsche Armaturenindustrie versteht und plant ihre Produkte als Teil einer Heizungsanlage, die vor allem durch Bedienungsfreundlichkeit, Reglungskomfort und nicht zuletzt durch eine optimale Wärmeverteilung überzeugen soll. Hieraus resultieren qualitative Lösungen nicht nur zum Anschluss von Heizkörpern oder zur bedarfsorientierten Programmierbarkeit von Raumthermostaten. Im Rahmen einer sorgfältigen Abstimmung aller Anlagenkomponenten leisten Spezialarmaturen - wie automatisch arbeitende Strangdifferenzdruckregler und Mengenregler sowie Kombinationen daraus - auch einen Beitrag, dass Heizkörper mit geringst möglichem Energieaufwand auch tatsächlich die Wärme abgeben, die mit der Einstellung des Thermostatventils gewünscht wird. Wer kennt nicht die heimliche Sorge der Hausbewohner mit gasbetriebenen Heizungen oder Warmwasserbereitern? Dabei wird insbesondere auch von der Armaturenindustrie für die Sicherheit der Gasnutzer alles getan. Deutsche Gasarmaturen stehen für Dichtheit nach außen wie nach innen ebenso wie für die Festigkeit drucktragender Gehäuseteile oder die einwandfreie Betätigungsfunktion. Die für diesen sicherheitssensiblen Versorgungsbereich vom Gesetzgeber aufgestellten Leistungsanforderungen werden von deutschen Armaturen aber nicht nur erfüllt, sondern regelmäßig deutlich übertroffen. Stellvertretend für dieses Sicherheitsselbstverständnis deutscher Hersteller sind die thermisch auslösenden Gas-Absperreinrichtungen aus deutscher Fertigung genannt. Der vorbeugende Brandschutz erfordert eine höhere thermische Belastbarkeit der Bauteile von Gasanlagen. Zur Sicherstellung des Brandschutzes müssen Anlagenteile daher mindestens einer Temperatur von 650 °C über 30 Minuten standhalten. Deutsche Hersteller sind hier nicht stehen geblieben, sie entwickelten Armaturen, die einer wesentlich höheren thermischen Belastung von über 900 °C über 60 Minuten widerstehen.