VDMA-Forum Gebäudetechnik - Politik trifft Praxis mit MdB Ulli Nissen

VDMA

Die Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen, SPD, besuchte am 22. August 2018 auf Einladung des VDMA-Forum Gebäudetechnik das Schaltanlagenwerk der Firma Siemens in Frankfurt am Main um sich über Energieeffizienz durch Technische Gebäudeausrüstung (TGA) und energiesparende Produktionsprozesse zu informieren. Ulli Nissen ist Mitglied des Bundestagsausschusses für Bau-, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen sowie des Umweltausschusses.

„Das Schaltanlagenwerk der Siemens AG in Frankfurt am Main ist der weltweit größte Produktionsstandort für gasisolierte Mittelspannungs-schaltanlagen. Das Werk im Stadtteil Fechenheim mit einer Produktions- und Lagerfläche von insgesamt 45.000 Quadratmetern und einer Bürofläche von 20.500 Quadratmetern gehört mit seinen über 1.500 Mitarbeitern beim Umweltschutz und der Energieeffizienz in der Produktion zu den Top-Standorten des Konzerns weltweit“, so Robert Frank, Standortleiter von Siemens.

Um das Werk noch energieeffizienter zu machen, waren umfangreiche Analysen und Planungen notwendig. „Schließlich wurden von Siemens Building Technologies (BT) gemeinsam mit dem Werk und Siemens Real Estate ein Modernisierungskonzept für das Schaltanlagenwerk erarbeitet. Dazu zählen unter anderem eine neue Gebäudeautomation, der Bau eines Blockheizkraftwerks und die Druckluft-
Wärmerückgewinnung“, berichtet Frank weiter.

„Die technischen Anlagen wurden seit 2012 in 2 Phasen modernisiert. Zusätzlich übernahm Building Technologies das Energie-Monitoring und -Controlling der umgebauten Anlagen. Dieses Messkonzept erfasst kontinuierlich und automatisiert den Verbrauch von Strom, Wärme, Kälte, Wasser, von Volumenströmen in Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Kälteanlagen sowie deren Regelungszonen. Die Daten werden verdichtet und zu detaillierten Berichten über Energieverbrauch, Kosten und Emissionen verarbeitet. So lassen sich Energiesparerfolge dokumentieren und Optimierungspotenziale veranschaulichen“, berichtet Uwe Großmann, Leiter Solutions & Services von Siemens BT und Vorsitzender des Forums Gebäudetechnik im VDMA.

MDB Ulli Nissen, der insbesondere der Klimaschutz als Folge von Energieeffizienzmaßnahmen wichtig ist, informierte sich bei diesem Besuch insbesondere über die Einsparpotentiale im Nicht-Wohnungsbau und die Verknüpfung der Themen Gebäudeenergie und Energieeinsparungen im Produktionsprozess. Rund ein Drittel des Gebäudeenergieverbrauchs entfällt auf das Segment des Nicht-Wohnungsbaus. Dabei wurde insbesondere diskutiert, wie die Einschnitte wirken werden, die die neue EU-Energieeffizienzrichtlinie (EPBD) mit sich bringen wird. „In erster Linie zählen bei dem Thema Energieeffizienz die positiven Umwelteffekte“, so Ulli Nissen. „Auswirkungen der ganzen Maßnahmen und Effizienzgewinne auf die Arbeitsplätze sind mir dabei aber auch ein besonderes Anliegen.“ Weiterhin betonte sie, dass sie die Verantwortung für die Arbeitnehmerschaft übergreifend betrachtet. So können Arbeitskräfte innerhalb von Siemens wechseln, wenn, wie im Falle des Siemens-Werkes in Offenbach, Unternehmensteile geschlossen werden. Die Siemens-Vertreter versicherten, dass man sich dieser Verantwortung stellt und wo immer möglich, die Veränderung innerhalb der Firma anbietet.

Peter Hug, Sprecher des Forum Gebäudetechnik im VDMA, betonte, dass dieser Besuch in eine wichtige Zeit für die Gebäudetechnik fällt, weil die Europäische Gebäuderichtlinie in der neuen Version erst im Juni veröffentlicht wurde und innerhalb der kommenden 2 Jahre in deutsches Recht umgesetzt werden muss. Darin spielt die Gebäudetechnik und insbesondere die Gebäudeautomation eine deutlich größere Rolle als in der Vergangenheit.

Haben Sie noch Fragen? Dr. Peter Hug beantwortet sie gerne.

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