VDMA-Forum Gebäudetechnik - Politik trifft Praxis mit MdB Daniela Wagner

VDMA

Die Bundestagsabgeordnete Daniela Wagner, Bündnis 90/Die Grünen, besuchte am 31. Oktober 2018 auf Einladung des VDMA-Forum Gebäudetechnik das Konferenzzentrum Darmstadtium in Darmstadt um sich über Energieeffizienzpotentiale durch moderne, integrierte Technische Gebäudeausrüstung (TGA) zu informieren. Daniela Wagner ist Abgeordnete des Deutschen Bundestages und Sprecherin für Stadtentwicklung der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Das Darmstadtium setzt ökologische und damit auch ökonomische Maßstäbe. Denn das Prinzip der konsequenten Nachhaltigkeit war eine der Bauvorgaben. Es war eine Herausforderung für Architekten, Fachplaner, die Hochschule Darmstadt und die TU Darmstadt.

Das Ergebnis der Bemühungen war ein Gebäude, das in der Kombination von bewährten energiesparenden Standardmethoden und völlig neuen Lösungswegen bis dato einmalig war. Nie waren die unterschiedlichen Ansätze – von der Speicherung thermischer Energie im Baubeton über die Erdwärmenutzung, die Wärmerückgewinnung, das Holzhackschnitzelkraftwerk etc. - in einem Gebäude dieser Größe und Nutzung kombiniert worden. Insgesamt sind 10 Energiequellen so komplex miteinander verwoben, dass die Versorgung des Gebäudes zu einer nahezu neutralen CO2-Bilanz führt. Darüber hinaus: die Nutzung all dieser Ressourcen erfordert eine ebenso komplexe Abstimmung und Steuerung der Ressourcen.

Das Darmstadtium wird überwiegend durch die internen Wärmequellen beheizt. Der hauseigene Biomasse-Heizkessel ist ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung des Darmstadtiums. Als Brennstoff dienen Holzhackschnitzel aus der Region, damit der CO2-Ausstoß beim Transport die Umwelt nicht unnötig belastet.

Die Dachflächen des Darmstadtiums sind zur Erzeugung von solarem Strom mit über 400 Solarmodulen ausgestattet. Die Photovoltaikanlage erzeugt je Modul 180 Watt Strom – rund 70.000 Kilowattstunden pro Jahr. Damit es andererseits im Sommer nicht zu warm wird, sind die Fassaden aus Spezialglas gefertigt.

Die Calla, die trichterförmige Blüte aus Glas und Stahl im Foyer des Kongresszentrums, wird gleich zweifach ressourcenschonend genutzt – zur Regenwassersammlung und zum Ansaugen von Frischluft. Darauf folgen Wärmerückgewinnung aus der Abluft, Kühlung der Zuluft durch Verdunstung des gesammelten Regenwassers und dessen Nutzung für die sanitären Einrichtungen.

Daniela Wagner, Sprecherin für Stadtentwicklung der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, bezeichnet das Darmstadtium als richtungsweisendes Projekt in Sachen Nachhaltigkeit. Das 2007 eröffnete Wissenschaft- und Kongresszentrum wurde bereits vor über einem Jahrzehnt mit entsprechenden architektonischen und technischen Lösungen, die eine umfangreiche Nutzung von Erdwärme, Solarenergie und Biomasse ermöglichen, ausgestattet. Innovative Gebäudetechnik und ein intelligentes Gebäudeautomationssystem ermöglichen ein optimiertes Zusammenspiel der Gewerke und sorgen dafür, dass die Nachhaltigkeits- und Energieeffizienzziele erreicht werden.

Uwe Großmann, Vorsitzender des Forum Gebäudetechnik im VDMA, betonte, dass dieser Besuch in eine wichtige Zeit für die Gebäudetechnik fällt, weil die Europäische Gebäuderichtlinie in der neuen Version im Juni 2018 veröffentlicht wurde und innerhalb der kommenden 2 Jahre in deutsches Recht umgesetzt werden muss. Darin spielt die Gebäudetechnik und insbesondere die Gebäudeautomation eine deutlich größere Rolle als in der Vergangenheit.

Haben Sie noch Fragen? Dr. Peter Hug beantwortet sie gerne.

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